{"id":805,"date":"2025-12-16T10:18:31","date_gmt":"2025-12-16T09:18:31","guid":{"rendered":"https:\/\/goyerchtest.portal.iw-s.cloud\/?p=805"},"modified":"2026-02-05T22:25:24","modified_gmt":"2026-02-05T21:25:24","slug":"infos-fuer-betroffene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/goyerchtest.portal.iw-s.cloud\/?p=805","title":{"rendered":"Infos f\u00fcr Betroffene"},"content":{"rendered":"\n<p>Was tun als BID-Betroffener?<\/p>\n\n\n\n<p>Seit vielen Jahren leidest Du daran, dass Dein K\u00f6rper nicht so ist, wie er sein m\u00fcsste? Unter der Sehnsucht nach Amputation oder L\u00e4hmung oder einer anderen Behinderung und den immer wiederkehrenden Gedanken, wie man diesen Wunsch in die Realit\u00e4t umsetzen kann? Du hast Dich gefragt, ob der Drang Zeichen einer geistigen Erkrankung ist? Du hast Dich deswegen gesch\u00e4mt? Vielleicht f\u00fchlst Du Dich innerlich zerrissen, auf der einen Seite funktioniert Dein intakter K\u00f6rper gut und zuverl\u00e4ssig; auf der anderen Seite ist da der immer wiederkehrende Wunsch nach einer Behinderung, den Du Dir nicht wirklich erkl\u00e4ren kannst und der Dir oft genug Angst macht? Oder Du suchst nun nach einer M\u00f6glichkeit Deinen realen \u00e4u\u00dferen K\u00f6rper ernsthaft an Dein inneres, mentales K\u00f6rperbild anzupassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wichtigste ist, dass Du Dich annimmst, mit dieser Sehnsucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrungen vieler Betroffener haben gezeigt, dass es schwierig ist, gegen den Druck anzuk\u00e4mpfen. Du w\u00fcrdest nur gegen Dich selber k\u00e4mpfen und das zerm\u00fcrbt Dich. Du und Deine Sehnsucht sind nicht b\u00f6se, falsch, krank oder verr\u00fcckt, auch nicht verboten oder dumm. Du hast Dir diese Sehnsucht nicht ausgesucht. Niemand wei\u00df bislang, woher dieser sonderbare Wunsch kommt. Fakt ist, dass er irgendwann in der Kindheit oder Jugend entstanden ist und Dich seitdem nie wieder v\u00f6llig verlassen hat. Mache Dir keine Vorw\u00fcrfe. Du kannst nichts daf\u00fcr. Nach allem, was die Forscher bislang herausgefunden haben, ist BID&nbsp;<strong>kein<\/strong>&nbsp;Zeichen von \u201eWahnsinn\u201c. Aller Wahrscheinlichkeit nach beruht die Diskrepanz zwischen \u00e4u\u00dferem K\u00f6rper und mentalem K\u00f6rperbild auf einer neurologischen Fehlschaltung im Gehirn.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Betroffene berichten, je mehr sie gegen diese Sehnsucht ank\u00e4mpfen, umso mehr besch\u00e4ftigen sie sich damit und umso st\u00e4rker wird der Drang. Vielen hat es geholfen, wenn sie die Sehnsucht als Teil ihrer Pers\u00f6nlichkeit annehmen. Wenn man sich die Fantasien und Gedanken erlaubt, statt mit Schuldgef\u00fchlen darauf zu reagieren, dann k\u00f6nnen sie ein wenig von ihrer Kraft verlieren und Du sch\u00e4digst Dich nicht mehr selber durch innere Vorw\u00fcrfe. Und Du kannst, wenn Du sie entspannt ansiehst, die Sehnsucht vielleicht besser verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht fragst Du Dich: Wie kann ich mir nur eine Behinderung w\u00fcnschen, wo andere Menschen so darunter leiden? Man kann es beispielsweise so sehen: Mit diesem Problem ist man gewisserma\u00dfen seelisch behindert. Nach einer Amputation, mit einer L\u00e4hmung oder \u00e4hnlichem w\u00e4re man k\u00f6rperlich behindert. Wer kann entscheiden, was besser ist? Und soll man einem kranken oder behinderten Menschen Vorw\u00fcrfe machen, wird man ihn verurteilen? Nein. Man bem\u00fcht sich um Mitgef\u00fchl. Du darfst dieses Mitgef\u00fchl auch mit Dir selbst haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht suchst Du nach einer \u201erichtigen\u201c L\u00f6sung? Zurzeit m\u00fcssen wir da sehr viel Geduld haben, weil niemand \u201edie\u201c L\u00f6sung hat. Jeder Mensch muss seine eigene L\u00f6sung f\u00fcr sich selbst finden und seinen eigenen Weg. Es ist Dein Leben. Das Suchen und Fragen geh\u00f6rt dazu. Gib Dir Zeit. Viele von uns haben gelernt, mit dieser Sehnsucht zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Chirurgische L\u00f6sung: Kann ich mich operieren lassen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit gibt es in den deutschsprachigen L\u00e4ndern und vermutlich auch in ganz Mittel- und Westeuropa keine offizielle M\u00f6glichkeit, sich aufgrund der Diagnose \u201eBID\u201c operieren zu lassen. Das wird sich in den kommenden Jahren vielleicht \u00e4ndern, da BID nun in der Internationalen Klassifikation als Krankheit anerkannt worden ist. Damit geraten die Krankenversicherungen auch in Zugzwang, denn f\u00fcr eine Krankheit muss es langfristig auch eine Behandlung geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die optimale Behandlung von Erkrankungen wird heute in Leitlinien beschrieben, die in Deutschland wesentlich von der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF, siehe:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.awmf.org\/leitlinien.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.awmf.org\/leitlinien.html<\/a>) herausgegeben werden. Zur Erstellung einer solchen Leitlinie braucht man saubere wissenschaftlich fundierte Studien, die zweifelsfrei nachweisen, dass eine Therapiemethode hilfreich und effektiv ist. Bisher gibt es leider nur eine einzige Studie, in der Wissenschaftler Leute befragt haben, die eine Amputation durchgef\u00fchrt haben:<br><a href=\"http:\/\/www.sciencepublishinggroup.com\/journal\/paperinfo.aspx?journalid=201&amp;doi=10.11648\/j.pbs.20140306.17\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.sciencepublishinggroup.com\/journal\/paperinfo.aspx?journalid=201&amp;doi=10.11648\/j.pbs.20140306.17<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wir ben\u00f6tigen im Moment also weitere Studien. Zum einen m\u00fcssen erneut Betroffene \u00fcber ihre Zufriedenheit mit der Amputation (bzw. auch einer durch Bewegungsmangel erzwungenen Atrophie und L\u00e4hmung) befragt werden; zum anderen m\u00fcssen Betroffene vor\/nach einer Amputation eingehend untersucht und mit einer Gruppe verglichen werden, die andere Heilmittel gesucht haben (z.B. Psychotherapie, Medikamente, K\u00f6rpertherapien) und einer Wartegruppe, die im Verlauf der Studie nichts gemacht haben. Langfristig wird man eine gew\u00fcnschte Operation in Deutschland dann erst auf der Basis solcher Effektivit\u00e4ts-Studien erlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich muss man in den Leitlinien, wahrscheinlich analog zum Transidenten-Gesetz, Richtlinien erarbeiten, was die Voraussetzungen sind. Transidente, Menschen, die eine Geschlechtsumwandlung w\u00fcnschen, m\u00fcssen ja nachweisen, dass sie l\u00e4ngere Zeit in der Bekleidung und sozialen Rolle des erw\u00fcnschten Geschlechts gelebt haben, sie m\u00fcssen im Verlauf der Anpassung ihres K\u00f6rpers an das mental gef\u00fchlte Geschlecht eine psychotherapeutische Begleitung nachweisen und sie m\u00fcssen entsprechende fach\u00e4rztliche und psychologische Gutachten vorlegen. \u00c4hnliches wird man dann auch von Menschen erwarten, die eine legale L\u00e4hmung oder Amputation von K\u00f6rperteilen bzw. eine andere Behinderung oder einen Rollstuhl ben\u00f6tigen, um Einklang zwischen gef\u00fchltem und \u00e4u\u00dferem K\u00f6rper zu erlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz \u00c4nderung im ICD-11 gibt es also im Moment noch kein Recht auf Operationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Verein setzt sich f\u00fcr die Rechte der BID-Betroffenen ein, f\u00f6rdert wissenschaftliche Studien und versucht langfristig, Therapiem\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Auch eine Diskussion \u00fcber eine M\u00f6glichkeit einer legalen Operation soll angeregt werden. \u00dcberlege, ob Du Mitglied werden m\u00f6chtest. Jedes Mitglied macht den Verein st\u00e4rker!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Verein wird auch Medienarbeit betrieben. Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, durch viel Pressearbeit und TV-Sendungen das Bild in der Bev\u00f6lkerung vom \u201eVerr\u00fcckten\u201c, der sich Arme und Beine amputieren lassen will, umzuwandeln in das Bild von Menschen, die ein v\u00f6llig normales Leben f\u00fchren, nichts f\u00fcr ihren Wunsch k\u00f6nnen, aber erheblich darunter leiden. Auch Sachbearbeiter bei Krankenkassen, \u00c4mtern, Politiker und \u00c4rzte sehen solche Sendungen oder lesen diese Presseberichte. Diese weichen die Vorurteile langsam, aber stetig auf. Nur so kann langfristig eine legale chirurgische L\u00f6sung auch in Deutschland erreicht werden!<\/p>\n\n\n\n<p>In anderen nicht-europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gibt oder gab es bereits M\u00f6glichkeiten sich dort amputieren zu lassen. Diese sind aber relativ teuer und liegen mehr in einer juristischen \u201eGrauzone\u201c. Wir kennen aber Menschen, die ihre Amputation unter sehr sauberen und hygienischen Bedingungen in einem ausl\u00e4ndischen Krankenhaus erreicht haben und damit zufrieden sind. Dazu gibt es auch erste wissenschaftliche Befragungsergebnisse (s.o.). In der Regel verlangt man auch hier ein Gutachten von einem Arzt oder Psychotherapeuten, der sich auf diesem Gebiet auskennt und best\u00e4tigt, dass es sich wirklich um BID handelt und der Patient frei ist von anderen psychischen St\u00f6rungen. Dieses Vorgehen ist auch notwendig, damit nicht z.B. ein Schizophrener sich im akuten Wahn ein K\u00f6rperteil amputieren l\u00e4sst und den Arzt sp\u00e4ter verklagt. Die formale Begutachtung und m\u00f6glichst eine l\u00e4ngerfristige Betreuung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten wird hier als unabdingbare Voraussetzung angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Psychotherapie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Menschen mit BID haben sich ihrem Arzt oder einem Psychotherapeuten anvertraut. Die meisten haben gute Erfahrungen gemacht. Beide Berufsgruppen stehen unter Schweigepflicht. Eine Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung ist nicht zu bef\u00fcrchten (es sei denn man vermittelt den Eindruck einer akuten Selbstmordgef\u00e4hrdung). Allein schon mit jemandem dar\u00fcber zu reden hilft. Therapeuten haben viele gute Ideen, wie man mit der Belastung durch BID umgehen kann und wie man Schuld- und Schamgef\u00fchle \u00fcberwindet. Oft k\u00f6nnen sie helfen, innerlich klarer und sicherer zu werden. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen Therapeuten, die mit Transsexuellen Erfahrung haben, sich relativ gut auf Menschen mit BID einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Forschungsergebnisse \u00fcber Therapieversuche und ihren Erfolg zeigen, dass die meisten Betroffenen nach einer solchen Beratung viel besser mit BID leben k\u00f6nnen, und manche sagen, dass die Sehnsucht selbst auch viel schw\u00e4cher geworden ist. Schaue hierzu gerne in unserer Forschungs-Kategorie.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzelne berichten, dass ihr BID-Drang sehr schwach geworden oder sogar verschwunden ist, ob zeitweise oder ganz. Manche haben sich aber auch gerade durch die Gespr\u00e4che in der Therapie dann endg\u00fcltig entschieden, sich operieren zu lassen. Ein guter Therapeut hilft, auch solche Entscheidungen zu f\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Spritzen und Pillen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier und da wird vorgeschlagen, Medikamente zu versuchen, zum Beispiel Antidepressiva (meist Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Einige BID-Betroffene, die diese ausprobiert haben, berichten, dass sie weniger verzweifelt waren und sich weniger Vorw\u00fcrfe gemacht haben. Solche Medikamente bringen zwar keine L\u00f6sung, aber sie lindern Depressionen, Gr\u00fcbel und Verzweiflung und k\u00f6nnen verhindern, dass man unter Umst\u00e4nden etwas Schlimmes tut. Sie stellen eine Notl\u00f6sung dar, sollten dann aber m\u00f6glichst rasch durch den Gang zu einem Psychotherapeuten abgel\u00f6st werden. Es ist auf jeden Fall besser, in einer Krisenzeit f\u00fcr einige Wochen Pillen zu schlucken, als in seiner Verzweiflung etwas Un\u00fcberlegtes zu tun. Eine endg\u00fcltige Entscheidung f\u00fcr (oder gegen) eine Operation sollte niemals aus einer Krise heraus geschehen, sondern immer aus einer ruhigen, \u00fcberlegten Situation heraus getroffen werden. Wenn man also, bildhaft gesprochen, wirklich am Rande der Klippe steht, ist es besser mal f\u00fcr einige Zeit in die Trickkiste der Medikamente zu greifen, um wieder runterzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Wie helfe ich mir selbst im Alltag damit umgehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sei Dir selbst ein guter Freund und akzeptiere die Sehnsucht als Teil Deiner Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrungsgem\u00e4\u00df, je mehr man \u00fcber BID gr\u00fcbelt, umso schlimmer wird es. Stress, Krisen und Frustrationen verst\u00e4rken oft den Drang nach einer Operation. Positive Ablenkung, sch\u00f6ne Erlebnisse und Zufriedenheit im Leben vermindern den Druck durch BID. Tu also alles, was Stress vermindert und Dir ein Wohlgef\u00fchl in Deinem K\u00f6rper geben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Betroffene kommen gut klar, wenn sie jeden Gedanken nach BID einfach beiseite schieben und sich auf andere Dinge konzentrieren. Aber das schafft nicht jeder. Andere berichten, dass ihnen \u201ePretending\u201c Erleichterung verschafft \u2013 zum Beispiel das Simulieren der gef\u00fchlten k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkung mit Kr\u00fccken, hochgebundenem Bein oder Benutzung eines Rollstuhls. Der Leidensdruck l\u00e4sst dadurch bei vielen nach und man versp\u00fcrt f\u00fcr Tage oder sogar mehrere Wochen eine Erleichterung, da man seinem eigentlichen K\u00f6rperbild n\u00e4herkommt. Pretending kann auch helfen auszuprobieren, ob man mit der gew\u00fcnschten Behinderung auch tats\u00e4chlich im Alltag klarkommen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist au\u00dferdem: Rede dar\u00fcber mit anderen Betroffenen. Informiere Dich. Du bist nicht der Einzige, der unter diesem unwiderstehlichen Drang nach einer Amputation oder L\u00e4hmung leidet. Frage andere, wie sie es geschafft haben, damit klarzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und versuche m\u00f6glichst oft, viele sch\u00f6ne Dinge zu erleben, die nichts mit BID zu tun haben. Was tut Dir gut? Richte Deine Aufmerksamkeit auf reale sch\u00f6ne Dinge. Aber verbiete Dir nichts! Verbote machen die Sache nur st\u00e4rker.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wichtigste ist: Finde selbst heraus, was Dir guttut. Wann wird die Sehnsucht richtig stark? Wann ist sie eher schw\u00e4cher? Hier hilft manchmal ein Tagebuch, in dem man protokolliert, was einem gutgetan hat und was den Leidensdruck verst\u00e4rkt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberlege, auf welchen anderen Gebieten kannst Du jetzt schon, ohne eine Operation, Dein Leben ein kleines bisschen verbessern? In der Partnerschaft, im Beruf, in allen Lebensumst\u00e4nden, im eigenen Denken, in Gewohnheiten \u2013 \u00fcberall kann man es sich sch\u00f6ner und lebendiger machen. Gehe kleine oder gr\u00f6\u00dfere andere Dinge an. Das ist auf alle F\u00e4lle sinnvoll und tut Dir gut.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Soll man es den Angeh\u00f6rigen sagen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit wem kann man \u00fcber sein BID sprechen? Wer wird es verstehen? Das kannst nur Du selbst wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft berichten Betroffene, die sich entschieden haben, offener mit BID umzugehen und sich anderen Menschen gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen, dass das \u201eComing-Out\u201c viel einfacher war, als sie bef\u00fcrchtet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Betroffene haben wir uns seit der Kindheit mit dem Thema besch\u00e4ftigt und \u2013 je nach Alter \u2013 viele Jahre mit BID gehadert, den Druck nicht verstanden und an uns selbst gezweifelt. Nat\u00fcrlich projizieren wir diese Zweifel auch auf unser Gegen\u00fcber und erwarten, dass ein Au\u00dfenstehender sicherlich kein Verst\u00e4ndnis haben kann.<br>An dieser Stelle machen wir einen Denkfehler: Denn unsere Partner, Angeh\u00f6rige oder Freunde, denen wir uns \u00f6ffnen wollen, haben diesen Druck nicht. Sie sehen und m\u00f6gen uns, wie wir sind \u2013 durch unsere \u201eBeichte\u201c ver\u00e4ndert sich eigentlich nichts \u2013 au\u00dfer, dass die Beziehung durch den Vertrauensbeweis st\u00e4rker wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Menschen, die mit \u201eanders sein\u201c einfach nichts anfangen k\u00f6nnen, nicht bereit sind dar\u00fcber nachzudenken und es pauschal ablehnen. An dieser Stelle m\u00fcssen wir als Betroffene entscheiden, wie viel Zeit und Energie wir bereit und in der Lage sind, darin zu investieren, diesen Menschen zu \u00fcberzeugen. Viele bereiten sich \u2013 teils jahrelang \u2013 auf \u201edas Gespr\u00e4ch\u201c vor, sammeln Fakten, Berichte und Argumente. Hier sollten wir uns fragen: Was wollen wir, was k\u00f6nnen wir erreichen? Ich kann das Gespr\u00e4ch \u201egewinnen\u201c, indem ich auf alles eine Antwort habe \u2013 und dennoch verlieren, weil mein Gegen\u00fcber zwar keine Argumente mehr hat, meine Situation jedoch trotzdem nicht versteht.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle muss es erlaubt sein, auch den Verlust einer Beziehung zuzulassen \u2013 und dieser Verlust betrifft nicht nur Menschen mit BID \u2013 jede Ver\u00e4nderung wirkt sich auf eine Beziehung aus, davon berichten auch viele Menschen, die eine andere Behinderung \u201eerworben\u201c haben. Auf der anderen Seite ergeben sich aber auch viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr neue Beziehungen \u2013 seid offen daf\u00fcr!<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Mach mit bei der Forschung!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Anzahl der Wissenschaftler, die sich mit dem obskuren Thema \u201eBID\u201c besch\u00e4ftigen ist nicht gro\u00df. Aber wir brauchen ihre Unterst\u00fctzung. Es wird erst dann vern\u00fcnftige Behandlung geben k\u00f6nnen, wenn es belastbare wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse gibt. Deshalb sollten m\u00f6glichst viele Betroffene an den wenigen Forschungsvorhaben teilnehmen. Und die eine oder andere Erkenntnis f\u00fcr Dich selbst gewinnst Du auch. Durch eine Anmeldung in unserem Probandenpool signalisierst Du Dein Interesse und bekommst bei Anfragen von Forschenden von uns Infos zur Teilnahme.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Tausche Dich aus im Forum und Verein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Du andere Betroffene kennenlernen und \u00fcber Deine Sorgen offen sprechen m\u00f6chtest, dann schau mal in das hier verlinkte Forum. Das geht auch anonym. Du kannst auf diesem Weg auch Menschen kennenlernen, mit denen Du sp\u00e4ter telefonieren oder die Du treffen kannst.<\/p>\n\n\n\n<p>BID-Betroffene treffen sich rund dreimal im Jahr an verschiedenen Orten im Norden wie in der Mitte und im S\u00fcden der Bundesrepublik, so dass jeder teilnehmen kann. Es sind immer kleine Gruppen, in denen Du herzlich aufgenommen wirst. Habe keine Hemmungen, nach solchen Treffen zu fragen und zu kommen. Der Austausch mit anderen, wie sie mit ihren Problemen umgehen, ist existentiell wichtig. Auf dieser Seite versuchen wir, so viele Treffen wir m\u00f6glich publik zu machen \u2013 schaut immer gerne in den Kalender!<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Betroffene organisieren sogar Selbsterfahrungs-Wochenenden, in denen sie sich intensiv f\u00fcr mehrere Tage austauschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was tun als BID-Betroffener? Seit vielen Jahren leidest Du daran, dass Dein K\u00f6rper nicht so ist, wie er sein m\u00fcsste? 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